Freitag, 25. Januar 2008

ich bin drin

ich hab es doch tatsächlich geschafft... ich bin seit heute offiziell auf der universität inskribiert. wie so oft: hinterher ist alles ganz einfach und sogar logisch. aber man braucht halt seine zeit, sich mit dem ganzen system anzufreunden und es zu verstehen (bzw. eigentlich eher zu akzeptieren, sozusagen: Il n'y a pas de quoi fouetter un chat).
und was nun? tja, jetzt heisst es einmal feiern ;-)... allerdings eher mit angezogener handbremse, denn ansonsten stürzt man hier angesichts der preise in ein veritables budgetloch: 6 € für ein kleines (sic!) bier sind keine seltenheit, eher die regel... dafür (gleichberechtigung sei dank...) gibt es immer wieder spezielle aktionen für ladies: beispielsweise um 3 € soviel wein wie frau trinken kann. wobei ich den sinn dahinter nicht ganz verstehe: sollen damit damen angelockt werden? und wenn dem so ist, sollen sie die männlichen exemplare durch gesteigerten alkoholkonsum attraktiver finden? wein macht ja bekanntlich schön... und was sollen wir männer davon halten? sind wir schon soweit, dass sich die damen unsereins "schön-saufen" müssen?

Donnerstag, 24. Januar 2008

nur keine panik

die französische administration bietet ein wunderbares biotop für allerhand geschichten/erlebnisse. beispielsweise ich bin ja eigentlich illegal hier, da mein dossier irgendwo untergegangen ist. d.h. es schauen alle recht überrascht, wenn ich irgendwo auf der universität auftauche und mich inskribieren will. das geht jetzt bereits knapp zwei wochen so. das interessante daran ist, dass ich im besitz einer bestätigung der universität bin, dass ich angenommen wurde. diese bestätigung wird dann gleich von jedem meiner ansprechspartner sicherheitshalber kopiert und abgelegt (gott weiss wo...).
aber dafür lernt man sehr nette menschen kennen. sie erklären einem wortreich, was man denn noch tun könnte und an wen man sich noch wenden könnte. und wie es scheint, hab ich mich mittlerweile doch zur richtigen person durchgekämpft. er kannte mich zwar auch nicht, hat sich aber sofort als zuständiger zu erkennen gegeben und mich auf der uni herumgeführt und mir beim ausfüllen diverser dokumente hilfreich über die schulter gesehen. sein motto: don't panic... no problem!

Mittwoch, 23. Januar 2008

halber franzose, ganzer franzose, halber franzose?

tja, ich hatte sie. wen? was? die carte bleue, samt bank-konto. hurra! dachte ich mir, jetzt bin ich ein ganzer franzose. denn alle zahlen mit diesem kleinen stück plastik und man will ja auch nicht mit einer kreditkarte aus der alpenrepublik auffallen. nachdem ich also die karte abgeholt hatte, bin ich schnurstracks zum fnac um dvds zu schauen/kaufen. und ich hatte doch tatsächlich glück fand etwas passendes:



juhui! die karte funktionierte anstandslos. heute dafür die überraschung im postfach. monsieur, bla, bla, bla... bitte bringen sie die karte zu unserer filiale soundso zurück. bla, bla, bla...

offenbar hab ich was falsch gemacht. keine ahnung was, aber es muss wohl irgendwas sein (die bankensprache ist ja eher kryptisch). tja, dann bin ich wohl in bälde wieder ein halber franzose, ohne carte bleue...

Dienstag, 22. Januar 2008

wohin des weges

freundlich sind sie hier in nizza. und sehr hilfsbereit. allerdings leider manchmal ein wenig falsch informiert. das hat dann zur folge, dass man zur falschen fakultät geschickt wird, dort eine stunde wartet und wieder woanders hin geschickt wird. aber irgendwann klappt es dann einfach - so nach zwei/drei/vier stunden.
die sache mit der zeit ist überhaupt interessant: man entdeckt sowas wie eine allgemeine langsamkeit. aber das macht nichts. es ist einem trotzdem nicht langweilig. ganz im gegenteil: man kommt auf einmal zu dingen, die vorher - aus zeitmangel - nicht möglich waren und arbeitet dennoch normal weiter. faszinierend...

Sonntag, 20. Januar 2008

c'est une histoire de décollage

obiger titel stammt aus "L'auberge espagnole". nicht dass ich ein verklemmter franzöischer student in barcelona bin (hoffe ich zumindest), aber ich schätze es gibt wohl die universellen erlebenisse aller austausch-studenten. anfangs sind es die troubles mit der bürokratie (wohin?!?! da war ich gerade, und die hat mich her geschickt...), dann mit den kursen (wo finde ich was) und am ende wohl die mit den prüfungen (ohgott... wie kann ich eine mündliche prüfung auf französisch ablegen?). und dann bei vielen heimweh... freund/freundin zu hause, skype funktioniert nicht gut usw.
yep, solche dinge einen. man geht offener auf andere zu - die ja alle genau so planlos wie einer selber sind und dann ist man plötzlich gar nicht mehr allein. ganz im gegenteil: auf einmal hat man binnen kürzester zeit eine veritable liste an kontakten und unternimmt regelmässig etwas. schön. und weil wir gerade bei schönen dingen sind:

Freitag, 18. Januar 2008

nizza at night...

es ist also freitag abend. was macht man/frau in nizza? man geht aus. eh klar. nachdem die - äh - wohnung doch etwas weiter von stadtzentrum entfernt ist, muss man auf die öffentlichen zurückgreifen. und da gibt es bereits die erste überraschung: der letzte bus in die stadt fährt um 21:30 (sic!). und retour per nightline: letzter bus um 1:10...
noja, da macht das fortgehen richtig spass: entweder früh anfangen oder früh (morgens) aufhören... wer die wahl hat, hat die qual.

Donnerstag, 17. Januar 2008

auswärtsspiel - auswärtssieg?

im teamsport ist alles klar geregelt: heimmannschaft/auswärtsmannschaft. sektor für die fans der auswärtsmannschaft u.s.w. alles schön säuberlich geordnet. man kennt sich aus.
im französischen uni-system, und da speziell in der administration ist alles anders. da geben sich die damen und herren allergrößte mühe, jedem einzelnen spezielle aufgaben zu stellen. einfaches beispiel: bestätigung der uni, dass man aufgenommen ist. im informatischen sinne, eine binäre sache: ein brief mit ja/nein per post. nicht so hier. eine blitzumfrage ergab folgendes bild: 60% erhielten diese info per email, 10% per post, 20% per post und email und 10% gar nicht... und so schnell werden aus zwei möglichkeiten vier.
und dann nehme man dieses beispiel und kombiniere es mit ca. zehn anderen administrativen aufgaben und voilà man kommt auf viele, viele kombinationen. was sich nicht nur auf universitäre verwaltung beschränkt. nein, es scheint generell so zu sein, dass beispielsweise der kauf einer monatskarte ebenfalls eine spannende sache ist. hier gibt es vier dinge zur auswahl: passfoto, kopie vom reisepass, meldezettel und studentenausweis... wobei hier die einzige konstante das passfoto war. die anderen dinge sind offenbar frei kombinierbar...
was das mit teamsport zu tun hat? nun, ja ist zwar ein wenig weit hergeholt, aber mir sei folgender vergleich erlaubt: das wäre so, wenn sich jeder fan eine personalisierte eintrittskarte (passfoto!) kaufen müsste. und sich diese nur unter vorlage von fünf bestätigungen (optional, versteht sich) bei drei verschiedenen kartenbüros kaufen müsste. und am ende feststellen würde, dass er/sie im falschen sektor sitzt.

Mittwoch, 16. Januar 2008

vom schaumstoff und einem käfig voller narren

wie bereits erwähnt, findet man unverhofft nette lokale. bei genauerer betrachtung fallen einem dann doch besonderheiten auf, die so in anderen restaurants nicht vorkommen. da ist zu einem die speisekarte in form eines alten doppel-platten covers, wo einem das stark geschminkte gesicht eines etwa 40 jährigen mannes entgegelächelt. zum anderen ist das noch das wc, mit gepolsterter kante in kopfhöhe (bin prompt dagegengrannt und war für die polsterung sehr dankbar) und.... dutzenden fotos von männern in frauenkleidern. ein käfig voller narren am stillen ort, sozusagen.

Sonntag, 13. Januar 2008

vom essen in fremden ländern

da ist man nun also in nizza. hat sich über lokale spezialitäten per reiseführer schlau gemacht. ist guter dinge und sucht die restaurants die lt. reiseführer 1. bezahlbar und 2. authentisch sein sollen. und... findet alle geschlossen vor. tja, guter rat ist teuer und als untrügliches zeichen der zivilisation leutet einem das goldgelbe M einer fast food kette entgegen. der hunger ist mittlerweile so groß, dass man durchaus bereit ist - ich sags ja eh keinem - sich einen burger zu genehmigen.
aber halt, das wäre eine niederlage. dann noch lieber diese eine gasse entlanggehen und wenn wirklich alle stricke reißen, dann...
aber man hat tatsächliche glück und findet ein restaurant, welches bezahlbar ist und wo das essen richtig gut schmeckt.
fazit (nach brecht): zuerst das fressen dann die moral. puh! da hatte ich nochmal glück.

Samstag, 12. Januar 2008

von bumsenden nachbarn und katzen

da ist man nun für längere zeit im ausland. juhu, denkt man sich und freut sich auf allerlei neue eindrücke die einem quellen der inspiration sein sollen.
die praxis schaut dann meistens anders aus. aber es gibt immer ein paar nette dinge. da entpuppt sich z.b. die dame bei der rezeption im hotel als landesgenossin, was die kommunikation doch sehr erleichtert.
und dann gibt es noch eine unfreundliche katze mit dem namen m. just derselbe (spitz-)name, den die ex auch hat. ein schelm, wer sich böses dabei denkt.
schließlich gibt es noch die obgliaten bumsenden nachbarn. die sind immer dann lästig, wenn man es nicht selber ist, der zur - äh - lärmbelästigung beiträgt.

herr trema

sucht das glück

Herr Trema

Lebt temporär in NIzza und macht dort eine Art Sabbatical. Schreibt ansonsten an seiner Dissertation und versucht zu Wissenschafter zu werden (ist ja noch nie einer vom Himmel gefallen). Treibt in seiner Freizeit recht viel Sport (Taekwondo, Laufen, Surfen, Schwimmen) und liest auch noch gerne Bücher. Theater- und Kinobesuche sind ebenso eine willkommene Freizeitbeschäftigung. Möchte auf die Frage: "Wann bist Du denn mit deiner Diss fertig?" mit "Gestern" antworten.

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